LANCOM Support Knowledgebase Dokument-Nr. 1811.1510.0636.RHOO - V3.60

Manuelle Einrichtung einer IKEv2 Site-To-Site VPN-Verbindung (IPv4) und Authentifizierung mit dem LANCOM-eigenen RADIUS-Server



Beschreibung:

Dieses Dokument bescheibt, wie Sie eine Netzkopplung per IKEv2 Site-To-Site VPN-Verbindung zwischen zwei LANCOM Routern einrichten können. Zur Authentifizierung wird der LANCOM-eigene RADIUS Server verwendet.


Voraussetzungen:
  • Funktionsfähig eingerichtete Internet-Verbindung auf beiden Seiten.



Szenario:
  • Ein Unternehmen möchte die lokalen Netzwerke in der Zentrale und einer Filiale über eine IKEv2 Site-To-Site VPN-Verbindung miteinander koppeln.
  • Zur Authentifizierung wird LANCOM-eigene RADIUS-Server verwendet.
  • Beide Standorte verfügen über einen LANCOM Router als Gateway und eine Internetverbindung mit einer festen öffentlichen IP-Adresse. Die öffentliche IP-Adresse der Zentrale lautet 81.81.81.81, die der Filiale 80.80.80.80.
  • Die VPN-Verbindung wird von der Filiale zur Zentrale aufgebaut.
  • Das lokale Netzwerk der Zentrale hat den IP-Adressbereich 192.168.1.0/24, in der Filiale wid der lokale IP-Adressbereich 192.168.2.0/24 verwendet.




Vorgehensweise:

1. Manuelle Konfigurationsschritte auf dem LANCOM Router der Zentrale:

1.1 Öffnen Sie die Konfiguration des LANCOM Routers in der Zentrale und wechseln Sie in das Menü VPN -> Allgemein.

1.2 Aktivieren Sie die Funktion Virtual Private Network.



1.3 Wechseln Sie in das Menü VPN -> IKEv2/IPSec und klicken Sie auf die Schaltfläche Erweiterte Einstellungen.



1.4 Klicken Sie im Bereich RADIUS-Authentifizierung auf die Schaltfläche RADIUS-Server und fügen Sie einen neuen Eintrag hinzu.



1.5 Den Namen des Eintrags können Sie frei vergeben.
  • Im Feld Server-Adresse müssen Sie die IP-Adrese des internen RADIUS-Servers angeben (127.0.0.1).
  • Als Port wird der Standard-Port 1.812 verwendet.



1.6 Schließen Sie den Dialog mit OK und bestimmen Sie im Feld Passwort ein Challenge-Passwort, das der RADIUS-Server im Access-Request-Attribut als Benutzer-Passwort erhält.

Der RADIUS-Server ordnet dieses Passwort normalerweise direkt einem VPN-Peer zu, um diesen für den Netzwerkzugang zu autorisieren. Bei IKEv2 autorisiert jedoch nicht der RADIUS-Server den anfragenden VPN-Peer, sondern das LANCOM-Gateway, nachdem es die entsprechende Autorisierung in der Access-Accept-Nachricht des
RADIUS-Servers erhalten hat.

Entsprechend geben Sie an dieser Stelle ein Challenge-Passwort ein. In diesem Beispiel wird als Challenge-Passwort lancom verwendet (siehe auch Schritt 1.12).



1.7 Wechseln Sie in das Menü VPN > IKEv2/IPSec und klicken Sie auf die Schaltfläche Authentifizierung.



1.8 Klicken Sie auf die Schaltfläche Hinzufügen um einen neuen Eintrag zu erzeugen.

1.9 Tragen Sie in dem Konfigurationsfenster die Informationen zur Authentifizierung für die VPN-Verbindung ein.
    Name:
    Geben Sie den Namen für die Authentifizierung ein. Dieser Eintrag wird später in der VPN-Verbindungs-Liste verwendet (siehe Schritt 2.11).

    Lokale Authentifizierung:
    Wählen Sie den Typ der Authentifizierung im Router der Zentrale aus. In diesem Beispiel wird die Authentifizierung über einen Pre-shared Key (PSK) vorgenommen.

    Lokaler Identitätstyp:
    Wählen Sie den Typ der Identität des Routers in der Zentrale aus. In diesem Beispiel wurde der Identitätstyp Domänen-Name (FQDN) gewählt.

    Lokale Identität:
    Bestimmen Sie die lokale Identität. In diesem Beispiel wird für den LANCOM Router in der Zentrale die lokale Identität zentrale.firma.com verwendet.

    Entfernte Authentifizierung:
    Wählen Sie den Typ der Identität des Routers in der Filiale aus. In diesem Beispiel wird die Authentifizierung über einen Pre-shared Key (PSK) vorgenommen.

    Entfernter Identitätstyp:
    Als entfernter Identitätstyp muss hier Keine Identität eingestellt werden.

    Entfernter Zert.-ID Check:
    Diese Funktion wird nicht benötigt, daher müssen Sie Nein auswählen.


1.10 Wechseln Sie in das Menü VPN > IKEv2/IPSec und klicken Sie auf die Schaltfläche Verbindungs-Liste.



1.11 Öffnen Sie den bereits vorhandenen Standard-Eintrag DEFAULT und modifizieren Sie diesen in folgenden Parametern.

    Authentifizierung:
    Wählen Sie die Authentifizierung aus. Der Eintrag entspricht hierbei dem Namen der Authentifizierung, welchen Sie in Schritt 1.9 festgelegt haben.

    RADIUS-Auth.-Server:
    Geben Sie hier den im Schritt 1.4ff erstellten RADIUS-Server Eintrag an.


1.12 Wechseln Sie in das Menü RADIUS -> Server -> Benutzerkonten und legen Sie mit der Schaltfläche Hinzufügen einen neuen Benutzereintrag an.
  • Der vergebene Name wird später als lokale Identität in der VPN-Konfiguration der Filiale verwendet (siehe Schritt 2.5).
  • Geben Sie im Feld Passwort das Challenge-Passwort ein, welches Sie im Schritt 1.6 verwendet haben.
  • Der Dienst-Typ muss auf den Wert Beliebig eingestellt werden.
  • Als zusätzlichen Attributwert müssen Sie die Netzbeziehungen (SA) für diese VPN-Verbindung eingeben:

    LCS-VPN-IPv4-Rule=192.168.1.0/24 * 192.168.2.0/24
  • Das hier vergebene Tunnel-Passwort wird später als lokales Passwort in der VPN-Konfiguration der Filiale verwendet (siehe Schritt 2.5).
  • Konfigurieren Sie die Ablaufart des Benutzerkontos auf Niemals.



1.13 Schreiben Sie die Konfiguration in den LANCOM Router der Zentrale zurück.
    Info:
    Die IP-Route wird beim Verbindungsaufbau automatisch im LANCOM Router der Zentrale angelegt. Ein manueller Routing-Eintrag ist daher nicht notwendig.


2. Manuelle Konfigurationsschritte auf dem LANCOM Router der Filiale:

2.1 Öffnen Sie die Konfiguration des LANCOM Routers in der Filiale und wechseln Sie in das Menü VPN -> Allgemein.

2.2 Aktivieren Sie die Funktion Virtual Private Network.



2.3 Wechseln Sie in das Menü VPN > IKEv2/IPSec und klicken Sie auf die Schaltfläche Authentifizierung.



2.4 Klicken Sie auf die Schaltfläche Hinzufügen um einen neuen Eintrag zu erzeugen.

2.5 Tragen Sie in dem Konfigurationsfenster die Informationen zur Authentifizierung für die VPN-Verbindung ein.
    Name:
    Geben Sie den Namen für die Authentifizierung ein. Dieser Eintrag wird später in der VPN-Verbindungs-Liste verwendet (siehe Schritt 2.8).

    Lokale Authentifizierung:
    Wählen Sie den Typ der Authentifizierung im Router der Filiale aus. In diesem Beispiel wird die Authentifizierung über einen Pre-shared Key (PSK) vorgenommen.

    Lokaler Identitätstyp:
    Wählen Sie den Typ der Identität des Routers in der Filiale aus. In diesem Beispiel wurde der Identitätstyp Domänen-Name (FQDN) gewählt.

    Lokale Identität:
    Bestimmen Sie die lokale Identität. In diesem Beispiel wird für den LANCOM Router in der Filiale die lokale Identität filiale.firma.com verwendet (siehe auch Schritt 1.4).

    Lokales Passwort:
    Vergeben Sie den Pre-shared Key, welcher verwendet werden soll um sich beim Router in der Filiale erfolgreich zu authentifizieren.

    Entfernte Authentifizierung:
    Wählen Sie den Authentifizierungstypen des LANCOM Routers in der Zentrale aus. In diesem Beispiel wird die Authentifizierung über einen Pre-shared Key (PSK) vorgenommen.

    Entfernter Identitätstyp:
    Wählen Sie den Typ der Identität des Routers in der Zentrale aus. In diesem Beispiel wurde der Identitätstyp Domänen-Name (FQDN) gewählt.

    Entfernte Identität:
    Bestimmen Sie die entfernte Identität. In diesem Beispiel wird für den LANCOM Router in der Zentrale die entfernte Identität zentrale.firma.com verwendet.

    Entferntes Passwort:
    Vergeben Sie den Pre-shared Key, welcher verwendet werden soll um sich beim Router in der Zentrale erfolgreich zu authentifizieren.

    Entfernter Zert.-ID Check:
    Diese Funktion wird nicht benötigt, daher müssen Sie Nein auswählen.


2.6 Wechseln Sie in das Menü VPN > IKEv2/IPSec und klicken Sie auf die Schaltfläche Verbindungs-Liste.

2.7 Klicken Sie auf die Schaltfläche Hinzufügen um einen neuen Eintrag zu erzeugen.



2.8 Geben Sie im Konfigurationsdialog die folgenden Parameter ein:
    Name der Verbindung:
    Geben Sie die Bezeichnung für die VPN-Verbindung an. Dieser Eintrag wird später in der Routing-Tabelle genutzt (siehe Schritt 2.10).

    Haltezeit:
    Geben Sie die Haltezeit in Sekunden für die VPN-Verbindung an. In diesem Beispiel wird beim LANCOM Router in der Filiale der Wert 9999 Sekunden eingetragen. Dies bedeutet, dass dieser Router die VPN-Verbindung aktiv aufbaut.

    Entferntes Gateway:
    Geben Sie die öffentliche IP-Adresse an, unter der LANCOM Router in der Zentrale erreichbar ist. In diesem Beispiel ist das die Adresse 81.81.81.81.

    Authentifizierung:
    Wählen Sie die Authentifizierung aus. Der Eintrag entspricht hierbei dem Namen der Authentifizierung, welchen Sie in Schritt 2.5 festgelegt haben.

    IKE-CFG:
    Der IKE Config Mode wird nicht benötigt, daher muss er ausgeschaltet werden.

    Regelerzeugung:
    Die Regelerzeugung wird automatisch durchgeführt.


2.9 Wechseln Sie in das Menü IP-Router -> Routing -> IPv4-Routing-Tabelle.



2.10 Erstellen Sie einen neuen Routing-Eintrag.
  • Tragen Sie als IP-Adresse die Adresse des lokalen Netzwerkes in der Zentrale ein. In diesem Beispiel ist dies die 192.168.1.0.
  • Als Netzmaske muss der Wert 255.255.255.0 eingetragen werden, da das lokale Netzwerk der Zentrale ein Class C Netzwerk ist.
  • Im Feld Router muss die Bezeichnung der VPN-Gegenstelle (hier: ZENTRALE) eingestellt werden.
  • Die IP-Maskierung wird für diese Verbindung abgeschaltet.

2.11 Schreiben Sie die Konfiguration in den LANCOM Router der Filiale zurück.

Nachdem die Konfiguration in den LANCOM Router der Filiale zurückgeschrieben wurde, wird die VPN-Verbindung zwischen beiden LANCOM Routern aufgebaut. Überprüfen können Sie dies, indem Sie z.B. beide LANCOM Router in den LANmonitor laden.
    Info:
    Sollten beim Verbindungsaufbau Probleme auftreten oder die aufgebaute VPN-Verbindung nicht ordnungsgemäß funktionieren kann ein auf der Zentrale ausgeführter VPN-Status Trace und ein RADIUS-Server Trace bei der Diagnose helfen.

Catchwords: ikev2. radius; vpn
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